Leistungen

1. Sozialpädagogische Familienhilfe §§ 27ff, §§ 31 und 36 des SGB VIII

Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine aufsuchende, intensive, ambulante und längerfristig angelegte Hilfe zur Erziehung, die sich an Familien und Lebensgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen richtet, welche aus unterschiedlichen Gründen eine vorübergehende familienunterstützende Hilfe benötigen und wünschen. Die Hilfe orientiert sich nach den Bedarfen des Familiensystems und hat fördernden und erhaltenden Schwerpunkt.
So tragen ggf. die familienunterstützende Hilfen hinsichtlich der Haushaltsführung, Lernförderung für Kinder und Einheiten von- oder auch komplette Antiaggressivitätstrainings zur Zielerreichung im System bei.

2. Erziehungsbeistand § 30 und §36 SGB VIII

Kinder und Jugendliche werden durch die Erziehungsbeistandschaft bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen, unter Einbeziehung ihres sozialen Lebensumfeldes, unterstützt. Durch die Erhaltung des Lebensbezugs zur Familie wird ihre Verselbständigung gefördert.

Der Erziehungsbeistand berät und unterstützt Kinder und Jugendliche im Alltagserleben, wie z.B. Schule, Ausbildung, Freizeit, Peer-Group und innerhalb des emotionalen/pädagogischen Familiengefüges.

3. Soziale Gruppenarbeit § 29 SGB VIII

Soziale Gruppenarbeit dient der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 18 Jahren. Dieses soll durch die Form des sozialen Lernens in der Gruppe geschehen.

Der Bedarf wird im Rahmen des Hilfeplanverfahrens durch das Jugendamt festgelegt. Bei der Durchführung der Hilfe werden die Ziele regelmäßig auf die Realisierbarkeit überprüft ggf. angepasst.

Soziale Gruppenarbeit stellt eine Alternative und eine mögliche Ergänzung zur Einzelfallhilfe dar, um Verhaltensänderung in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. Dies setzt die Bereitschaft der Kinder/Jugendlichen voraus.

4. Aufsuchende systemische Familientherapie §§ 27ff SGB VIII

Die aufsuchende Familientherapie ist ein therapeutisches Angebot für Familien in ihrem häuslichen Umfeld. Durch den aufsuchenden Charakter wird es ermöglicht, die Familie direkt in ihrem Lebensumfeld zu erleben. Eventuell bestehende Barrieren gegenüber der Therapie können durch die aufsuchende Arbeit reduziert werden. Dies betrifft auch den Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Sie können in ihrem häuslichen Umfeld eher erreicht und leichter mit einbezogen werden.

5. Systemisches Anti-Gewalt-Training in Verbindung mit §§ 27ff SGB VIII

PlanB Ruhr e.V. bietet im Rahmen der flexiblen ambulanten Hilfen nach §§ 27ff SGB VIII für Familien, Kinder und Jugendliche, deren Verhalten durch multiple Problemsituationen geprägt ist, Hilfen an. In den meisten Fällen skizzieren häusliche Gewalt, Gewaltanwendungen, kriminelle Handlungen, Respektlosigkeit, Regelverstöße, Mobbing- und Diskriminierungserfahrungen, ambivalente Geschlechterrollen und Erwartungen, Vorurteile gegenüber anderen Kulturen, familiäre Probleme und weiteres, dass Sozialverhalten und die Lebenswelt der Familien mit ihren Kindern. Das Angebot kann sowohl in den Familien als auch in Form der sozialen Gruppenarbeit mit den betroffenen Familien, Kindern und Jugendlichen innerhalb des Familiensystems stattfinden. In der Gruppe wird ein Umgang mit Konflikten gefördert und gleichzeitig ein alternativer/konstruktiver Umgang erarbeitet. Schwierigkeiten und Verhaltensprobleme werden erkennbar gemacht, damit sie wahrgenommen werden und gleichzeitig überarbeitet werden können. Der Ausgleich von Defiziten in ihrer sozialen Kompetenz wird gefördert und Verhaltensveränderungen langfristig gefestigt.

6. Intensive sozialpädagogische Einzelfallbetreuung (INSPE) § 27 in Verbindung mit § 34, § 35 und § 35a, § 36, § 41SGB VIII und 39 BSHG

Bei der INSPE handelt es sich um eine aufsuchende Arbeit für Jugendliche im Alter

von 14- 18 Jahren und im Einzelfall auch für junge Heranwachsende bis 21 Jahren.

Die Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung kommt für Jugendliche in Betracht, welche eine intensive Unterstützung zur gesellschaftlichen Integration benötigen. Das Ziel hierbei ist, dass sie ein selbstbestimmtes und autonomes Leben führen können.

Die Hilfe soll den individuellen Bedürfnissen und Problemlagen der Jugendlichen/ Heranwachsenden Rechnung tragen.

Durch die INSPE soll den Jugendlichen in besonders gefährdenden Lebenssituationen (wie z.B. im Punker-, Prostituierten-, Drogen-, Sekten- Milieu) Hilfe gewährt werden. Diese entziehen sich erfahrungsgemäß den anderen Hilfen der Jugendhilfe. Ohne eine intensive Einzelbetreuung durch Schutzhelfer, Aufsichtshelfer, Jugendberater usw. besteht die Gefahr, dass sie letztlich als ältere Jugendliche auf Dauer aus dem sozialen Netz rausfallen.

7. Begleiteter Umgang §§ 27ff SGB VIII

Kinder haben das Recht auf Kontakt mit beiden Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Eltern oder andere Umgangsberechtigte haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung Ihres Umgangsrechts. Der Umgang mit beiden Elternteilen gehört in der Regel zum Wohl des Kindes.

Manchmal müssen Besuchskontakte in besonderen Situationen oder zum Schutz der Kinder begleitet werden.

Zum begleiteten Umgang kommt es sowohl über eine Anordnung des Familiengerichtes, als auch direkt über einen Antrag beim zuständigen Jugendamt.
Der Begleitete Umgang stellt dabei einen geschützten Rahmen für die Umgangskontakte bereit, die sonst nicht zustande kommen würden.

8. FUD/ FUH § 20 SGB VIII/ §§ 27 ff SGB VIII/§ 36 SGB VIII

Der/ Die Familien unterstützende/n Dienst/ Hilfen (im folgenden FUD/ FUH) ist ein niederschwelliges, entlastendes Angebot für Erziehungsberechtigte, die im Rahmen ihrer Erziehungsverantwortung erhebliche Defizite im Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebereich ihrer Kinder (bis 14 Jahre) aufweisen und deren Vernachlässigung zu einer Gefährdung des Kindeswohls führen kann.

Der FUD/ die FUH wird nur in Verbindung mit einer weiteren Hilfeform nach §§ 27 ff. SGB VIII eingesetzt, so dass diese lediglich als ergänzende Maßnahme in die Hilfeplanung integriert werden kann.

9. Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen § 20 SGB VIII

Diese Leistung ist keine Hilfe zur Erziehung. Hilfe nach § 20 SGB VIII ist stets dann einzusetzen, wenn das Wohl des Kindes den Erhalt der häuslichen Gemeinschaft und einen Verbleib in nachbarlichen und anderen Bezügen erfordert.

Fällt der Elternteil, der die überwiegende Betreuung des Kindes übernommen hat, für die Wahrnehmung dieser Aufgabe aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen aus, so soll der andere Elternteil bei der Betreuung und Versorgung des im Haushalt lebenden Kindes unterstützt werden, wenn

  • er wegen berufsbedingter Abwesenheit nicht in der Lage ist, die Aufgabe wahrzunehmen,

  • die Hilfe erforderlich ist, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten,

  • Angebote der Förderung des Kindes in Tageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege nicht ausreichen.

10. Betreuungsweisung (§10 JGG) in Verbindung mit §§30 und 36 SGB VIII

Die Betreuungsweisung ist eine auf die Einzelfallhilfe ausgerichtete ambulante Maßnahme (gemäß § 10 Abs.1 Nr.5 JGG) die für Jugendliche im Alter von 14-21 Jahren angelegt ist und von einem Jugendrichter für bestimmte Zeit angeordnet wird.

Trotz richterlicher Anordnung und kontrollierenden Aspekten, steht bei der Betreuungsweisung der erzieherische Aspekt im Vordergrund. Die Betreuung setzt an der unmittelbaren Lebenssituation des Einzelnen an. Hauptziel ist es, den Jugendlichen zu befähigen, künftig ein eigenverantwortliches und straffreies Leben führen zu können.

11. Hilfe für junge Volljährige/Nachbetreuung § 41 SGB VIII

Bei der Hilfe für junge Volljährige/Nachbetreuung steht nicht mehr die Grundversorgung der Klienten im Vordergrund, sondern die gezielte Hilfe zur Verselbstständigung. Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Vermittlung von Orientierungs- und Entscheidungshilfen in Berufs- und Lebensfragen.

12. Sozialpädagogisch betreutes Wohnen §§ 27, 34, 35, 35a, 36 und 41 SGB VIII

Sozialpädagogisch betreutes Wohnen ist ein Hilfeangebot an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 21 Jahren aus allen Kulturen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie/Herkunftsland oder in einer stationären Einrichtung leben können, aber den Anforderungen eines eigenverantwortlichen Lebens noch nicht gewachsen sind.

Im Rahmen des betreuten Wohnens werden auch unbegleitete minderjährige/junge Erwachsene Flüchtlinge nach der Clearingphase durch eine pädagogische Fachkraft betreut.

Betreutes Wohnen bietet sich als Alternative zu stationärer Jugendhilfe an.

13. Vollzeitpflege §27 in Verbindung mit §§ 33 und 36 SGB VIII

Die Gründe für die Trennung eines Kindes von seinen leiblichen Eltern sind vielfältig, haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind so schwerwiegend, dass das Wohl des Kindes in seiner leiblichen Familie nicht mehr gesichert werden kann.

Die Unterbringung kann, je nach den Erfordernissen des Einzelfalles, durch eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform geleistet werden.

Das Ziel der Unterbringung in Vollzeitpflege kann dementsprechend in zwei Richtungen liegen: entweder die Rückführung in die Herkunftsfamilie oder aber der dauerhafte Ersatz der Herkunftsfamilie durch eine Pflegestelle.

Das Angebot ist auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte tiefgreifende emotionale Verletzungen erlitten haben und daher ein intensives Betreuungsangebot benötigen.

14. Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie nach § 16 des SGB VIII

Die Familienförderung kann durch ihre vielfältigen Ansätze und Methoden auf unterschiedliche Fragen und Probleme eingehen, die im Zusammenleben mit Kindern und in der Familie entstehen.

Die Familienbildung als präventives, niedrigschwelliges Angebot der Familienförderung kann Eltern ermutigen, frühzeitig Hilfe und Unterstützung sowie spezielle Beratung oder Therapie in Anspruch zu nehmen, so dass sich Probleme nicht chronifizieren und lange kostspielige Hilfen zur Erziehung nötig werden. Diese Leistung ist von den üblichen Formen der ambulanten HzE zu unterscheiden.
Bei dem niederschwellig angelegten Angebot, können punktuelle präventive Hilfen mit Schwerpunktbereichen geleistet werden.

Themen