Pflegeeltern mit Migrationsgeschichte

Das für drei Jahre von der Aktion Mensch geförderte und vom DPW NRW (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW) sowie vom Landesjugendamt Westfalen Lippe unterstütze Modellprojekt, rückt dringenden Handlungsbedarf in den Fokus: Laut der Basisdaten des Landesjugendamtes Rheinland fehlen Pflegefamilien mit Migrationsgeschichte, um Kinder kultursensibel zu begleiten. Für gesamt NRW müsse der Anteil fast verdoppelt werden. Sowohl die Jugendämter als auch die klassischen Träger der Kinder- und Jugendhilfe, haben es schwer, Migrantenfamilien zu erreichen, die eine aktive Rolle als Pflegefamilie übernehmen möchten. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte dadurch gefördert wird, dass sie eine gesellschaftliche Aufgabe wahr- und übernehmen.

Zahlreiche Jugendämter und Träger der Pflegekinderhilfe nahmen teil

Ziel des Modellprojektes, wissenschaftlich von Herr Prof. Dr. K. Wolf der Universität Siegen begleitet, ist die Gewinnung von fachlichen Erkenntnissen zur Akquise von Pflegefamilien mit Migrationsgeschichte. Hierzu gehören Zugangswege, Verfahren, Methoden sowie Qualifizierungsbedarfe der Zielgruppe. Hierzu wurden alle Anwesenden freien und öffentlichen Träger zur Kooperation eingeladen. Der Abschluss des Vorhabens soll die Erarbeitung von Kriterien zur Aufklärung, Gewinnung und Sensibilisierung von Pflegefamilien mit Migrationsgeschichte sein, welche der Fachwelt präsentiert werden, um die Pflegekinderhilfe weiterzuentwickeln.

Zahlreiche Jugendämter und Träger der Pflegekinderhilfe nahmen an der Veranstaltung teil und folgten interessiert der Podiumsdiskussion zwischen dem Jugendamtsleiter der Stadt Bochum, Herrn Mehring, Herrn Lengemann vom Landesjugendamt Westfalen Lippe, Herrn Prof. Dr. Wolf der Universität Siegen und der WPF (Westfälische Pflegefamilien)-Berater Herr Dr. Salazar (PLANB Ruhr e.V.).

Herr Prof. Dr. Wolf betonte, dass in einer Gesellschaft in der nahezu 50% der Kinder einen Migrationshintergrund haben, es unverantwortlich wäre, sich diesem Thema zu entziehen. PLANB Ruhr e.V. müsse im Rahmen des Projekts mit viel Widerstand rechnen, dennoch sei es wichtig, einzelne Jugendämter, Träger und engagierte Fachkräfte aus dem Arbeitsbereich zu finden und mit diesen die Netzwerkarbeit voranzutreiben, anstatt sich an einzelnen Institutionen die Zähne auszubeißen, weil sie Prozesse verlangsamen oder zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage sind, die Notwendigkeit zu erkennen, riet Prof. Dr. Wolf.

Beim anschließenden Imbiss wurde das inhaltliche Gespräch vertieft und viele der Anwesenden bekundeten ihr Interesse an einer weiteren Kooperation. So sicherte auch das Landesjugendamt Westfalen Lippe weiterhin Hilfe und Unterstützung zu, um auf institutioneller Ebene mitzuwirken.

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