Familientraining

Familien stehen heute vor hohen Anforderungen durch starke berufliche und private Belastungen, schwierige Lebensumstände, den Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz und die damit vorgegebenen Wertvorstellungen. Oft stehen sie unter enormem Druck, sind überfordert und fühlen sich am Ende nicht imstande, den Anforderungen, die an sie als Eltern gestellt werden, gerecht zu werden. Ist die Familienbalance erst einmal gestört, kommt es häufig zu kräftezehrenden Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern.

Themen der immer wiederkehrenden Eskalationen können Respektlosigkeit oder hohe Fehlzeiten in der Schule sein, häufige Regelverstöße oder Auffälligkeiten in den Bereichen Gewalt, Drogen- oder Alkoholkonsum, aber auch beispielsweise der Rückzug oder die Isolation des Kindes durch exzessive Nutzung elektronischer Medien. Um die heutigen Konflikte und Probleme verstehen und lösen zu können, müssen die Stellung des Kindes in der Familie, die typischen Beziehungsmuster und die Entwicklungsprozesse von Familien in den Blick genommen werden. Um die eigenen Probleme mit zu betrachten und zu reflektieren, fehlt oft die nötige Ruhe im Familienalltag. Vor allem ist es schwierig, die erforderliche emotionale Distanz zu wahren, um Klarheit über die Situation zu gewinnen. Hier kann es hilfreich sein, erfahrene Trainer*innen hinzuzuziehen, die einerseits neutral und ohne emotionale Einbindung einen offenen Blick auf die gesamte familiäre Situation werfen und gleichzeitig anhand von diversen Methoden Impulse setzen und Handlungsalternativen vermitteln können.

Das Familientrainingverfolgt grundsätzlich das Ziel, das Zusammenleben aller Familienmitglieder wieder positiver und entspannter zu gestalten. Das Training richtet sich auf zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikationsstrukturen und den Umgang miteinander. Sowohl die Beobachtungen und Reflexion des eigenen Handelns als auch die Konfrontation stehen hier im Fokus.

PLANB ist es dabei ein besonderes Anliegen, auch die multikulturelle Realität heutiger Familien verstärkt zu berücksichtigen. Denn gerade bei Familien mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung prallen oft verschiedene Wertmaßstäbe und kulturell unterschiedlich gelebte Rollenmodelle aufeinander. Soziale Kompetenz setzt daher heutzutage auch immer eine interkulturelle Kompetenz voraus, die Fähigkeit, den anderen zu verstehen und zu respektieren. Um solche Kompetenzen zu vermitteln, bedarf es eines sensiblen Umgangs mit allen Familien, also ausdrücklich auch jener mit Migrationshintergrund. Kulturelle Zugangs- und Sprachbarrieren sollen so abgebaut werden.

In vielen Familien entstehen Schwierigkeiten durch:

  • Kommunikationsprobleme
  • fehlendes Bewusstsein für das Verhalten des*der Anderen
  • fehlende Ressourcen, um Probleme offen anzusprechen
  • unterschiedliche Erwartungen stoßen aufeinander (Kind möchte mehr Zeit mit seinen Eltern verbringen, Eltern sind berufstätig, alleinerziehend etc.)
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Konflikte zwischen Geschwistern
  • keine klare und konsequente Linie im Erziehungsverhalten
  • unterschiedliches Verhalten der Eltern in Erziehungsfragen
  • Bewältigung von Problemen im Umgang mit Ernährungsfragen
  • Erlernen eines adäquaten Umgangs mit Medien

Ziele des Familientrainings sind:

  • Eltern-Kind-Beziehungsgestaltung
  • Ressourcenaktivierung
  • Erweiterung der sozialen Kompetenz
  • Bewusstseins- und Verhaltenserweiterung
  • Stärkung der Selbstwahrnehmung
  • Erweiterung der Erziehungskompetenz
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Rolle
  • Förderung der emotionalen und körperlichen Wahrnehmung
  • Stärkung positiver Erfahrungen durch Lob und Belohnung
  • Steigerung des Selbstbewusstseins und der Selbstsicherheit
  • Überprüfung eigener Denkmuster und gezielte Einübung eines Perspektivwechsels
  • Ermutigung sowohl der Eltern als auch der Kinder, mit ihrem Verhalten zu experimentieren und neue Verhaltensmuster auszuprobieren
  • kritische Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt und Aggression
  • Abbau der Gewaltbereitschaft als Lösungsmuster
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Erarbeiten und Einüben von Konfliktlösungsstrategien
  • Entwicklung von Tagesstrukturen
  • Gestaltung sinnvoller Familienaktivitäten

Je nach Problemlage werden einzelne Ziele für jede Familie in einem Hilfeplangespräch individuell gesetzt. Davon leitet sich auch der Schwerpunkt des Trainings ab. Unsere Trainer*innen verfügen über eine Bandbreite an Methoden, die sie je nach Situation und Bedarf einsetzen. Sie bleiben im engen Kontakt mit allen betroffenen Akteur*innen und passen bei Bedarf das Training an die Gegebenheiten.

Das Training umfasst zwölf Einheiten und findet je zwei Stunden pro Woche statt. Zusätzlich ist jeweils eine Stunde pro Trainer*in für die Vor- und Nachbereitung der einzelnen Trainings, Hilfeplangespräche, Einzelgespräche, Gespräche mit den betroffenen Akteur*innen und eine Abschlussveranstaltung vorgesehen. Damit entsteht eine Gesamtzeit für das ganze Training von 80 Stunden für zwei Trainer*innen pro Familie.

Sind Sie interessiert? Dann kontaktieren Sie uns.

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ANSPRECHPARTNERIN

K. Boldrew

Teamleitung Bildung und Prävention
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.)

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