Fachverbände fordern Schutz für UMF

54 Fachverbände der Kinder- und Jugendhilfe, Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsräte, fordern in einem gemeinsamen Appell, den Schutzbedarf von Flüchtlingskindern in den Mittelpunkt zu stellen. Sie fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren.

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind in erster Linie Kinder, ihr Schutz und ihre Förderung obliegt der Kinder- und Jugendhilfe“, heißt es in der Erklärung. „Sie dürfen nicht zum Spielball kurzfristiger politischer Machtinteressen gemacht werden.“ Der Alltag der Kinder- und Jugendhilfe zeige immer wieder aufs Neue, dass eine erfolgreiche Integration der jungen Menschen möglich sei. Die entsprechenden Erfolge der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der beteiligten Verwaltungen und Organisationen und nicht zuletzt der Jugendlichen selbst würden aber durch den momentanen politischen Diskurs und die polarisierende öffentliche Debatte mehr und mehr in Frage gestellt und schlecht gemacht. Hier gibt es die Erklärung im Wortlaut.

Das statistische Bundesamt meldet, dass unter den 61.000 im Jahr 2017 in Obhut genommenen Kindern und Jugendlichen 22.500 (37 %) unbegleitete minderjährige Flüchtlinge waren. Im Jahr 2016 waren es noch gut 44.900. Unter den insgesamt 61.000 Inobhutnahmen, die zu 85 Prozent von sozialen Diensten und Jugendämtern angeregt wurden, waren rund 20.300 Kinder und 41.000 Jugendliche. Bei den meisten Kindern war die Überforderung der Eltern Grund für die Inobhutnahme. Nimmt man nur die Jugendlichen, betrafen mehr als die Hälfte der Fälle unbegleitet eingereiste Minderjährige. Detaillierte Daten der Statistik „Vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche“ gibt es hier.

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